Sonntag, 24. August 2008
Vor 16 Jahren - Teil 3 (Die Flucht)
chessray, 14:51h
Die Songs hetzten durch den (hoffentlich noch) geheimen Fluchttunnel des Han-Anwesens. Genaugenommen war es nur Song Hui, der hetzte. Die apathische Feng zog er einfach mit sich, den Jungen hatte er auf dem anderen Arm. Am Ende wartete das Notfallshuttle. Er wollte schnellstens zu "Gizmo", einem der wenigen verbliebenen Getreuen des Han-Tongs.
Gizmos richtigen Namen kannte niemand, nicht einmal Han Li. Wie er überhaupt an die Hans geraten war, wusste Song Hui nicht. Gizmo war nicht mal Chinese und hätte sich bei seinen Fähigkeiten sicher problemlos absetzen können. Offenbar hatte er einfach seinen Spaß. Song Hui fragte sich, wie Gizmo nun, da der Han-Tong praktisch zerschlagen war, weitermachen wollte. Irgendwie hatte er sowieso nie richtig verstanden, wie dieser kleine Kerl mit den wirren Haaren tickte.
Aber letztendlich war das auch egal. Sie brauchten neue Identitäten und einen schnellen Weg weg von Beaumonde. Vor allem bei ersterem war Gizmo der beste Helfer, den man sich denken konnte. Er lebte praktisch im Cortex und war schon lange der Standardadressat des Han-Tongs, wenn es galt, einem Mitglied ein unauffälliges Abtauchen zu ermöglichen.
Heute würde Gizmo seinen vermutlich letzten, aber gleichzeitig auch wichtigsten Auftrag für den Tong erledigen. In vermutlich nur wenigen Stunden wäre Long der letzte Überlebende der Han-Familie, und zu seiner eigenen Sicherheit sollte er dies am besten niemals erfahren. Dafür musste Gizmo ganze Arbeit leisten - sofern das überhaupt möglich war. Die Geburt des Han-Erben war vor zwei Jahren ein viel beachtetes Ereignis gewesen, aber wenigstens gab es keine Aufzeichnungen über seine fehlende Sprachfähigkeit oder das Mal des Drachen. Und die Menge der Personen, die über diese Umstände Bescheid wussten, beschränkte sich auf sehr wenige. Das damals beteiligte ausnahmslos chinesische Krankenhauspersonal hatte einen Blutschwur geleistet oder war unauffällig von der Bildfläche verschwunden.
Während des kurzen Flugs zu Gizmos "Refugium", wie er es gern nannte, hatten die Songs kein Wort gesprochen. Langsam befürchtete Hui, seine Frau würde dauerhaft in diesem Zustand bleiben. Momentan war ihm das aber eigentlich ganz recht, bedeutete es doch hoffentlich weniger Komplikationen bei der Abreise - wie auch immer die aussehen sollte. Song Hui hatte seine diesbezüglichen Überlegungen nie beenden können. Klar war nur, es musste schnell passieren. Und ohne großes Aufsehen.
Als sie sich näherten, vernahm Song Hui eine blecherne Stimme über das Funkgerät: "Wie lautet die Losung?"
Leicht genervt antwortete Song: "In cortici veritas." Er hatte noch nie viel von Gizmos Kindereien gehalten, und gerade jetzt kam es wirklich auf jede Sekunde an. Da war keine Zeit für solchen Blödsinn, weswegen er gleich anfügte: "Du weißt genau, mit wem Du sprichst. Also lass mich rein, ich hab's eilig. Die Wangs können jede Minute zuschlagen."
"Und ausgerechnet jetzt ist Song Hui nicht an Han Lis Seite?" Gizmo empfand keine Notwendigkeit mehr, seine Stimme zu verstellen. "Egal, das kannst Du mir gleich persönlich erzählen. Du weißt ja, wo Du lang musst."
Gizmos richtigen Namen kannte niemand, nicht einmal Han Li. Wie er überhaupt an die Hans geraten war, wusste Song Hui nicht. Gizmo war nicht mal Chinese und hätte sich bei seinen Fähigkeiten sicher problemlos absetzen können. Offenbar hatte er einfach seinen Spaß. Song Hui fragte sich, wie Gizmo nun, da der Han-Tong praktisch zerschlagen war, weitermachen wollte. Irgendwie hatte er sowieso nie richtig verstanden, wie dieser kleine Kerl mit den wirren Haaren tickte.
Aber letztendlich war das auch egal. Sie brauchten neue Identitäten und einen schnellen Weg weg von Beaumonde. Vor allem bei ersterem war Gizmo der beste Helfer, den man sich denken konnte. Er lebte praktisch im Cortex und war schon lange der Standardadressat des Han-Tongs, wenn es galt, einem Mitglied ein unauffälliges Abtauchen zu ermöglichen.
Heute würde Gizmo seinen vermutlich letzten, aber gleichzeitig auch wichtigsten Auftrag für den Tong erledigen. In vermutlich nur wenigen Stunden wäre Long der letzte Überlebende der Han-Familie, und zu seiner eigenen Sicherheit sollte er dies am besten niemals erfahren. Dafür musste Gizmo ganze Arbeit leisten - sofern das überhaupt möglich war. Die Geburt des Han-Erben war vor zwei Jahren ein viel beachtetes Ereignis gewesen, aber wenigstens gab es keine Aufzeichnungen über seine fehlende Sprachfähigkeit oder das Mal des Drachen. Und die Menge der Personen, die über diese Umstände Bescheid wussten, beschränkte sich auf sehr wenige. Das damals beteiligte ausnahmslos chinesische Krankenhauspersonal hatte einen Blutschwur geleistet oder war unauffällig von der Bildfläche verschwunden.
Während des kurzen Flugs zu Gizmos "Refugium", wie er es gern nannte, hatten die Songs kein Wort gesprochen. Langsam befürchtete Hui, seine Frau würde dauerhaft in diesem Zustand bleiben. Momentan war ihm das aber eigentlich ganz recht, bedeutete es doch hoffentlich weniger Komplikationen bei der Abreise - wie auch immer die aussehen sollte. Song Hui hatte seine diesbezüglichen Überlegungen nie beenden können. Klar war nur, es musste schnell passieren. Und ohne großes Aufsehen.
Als sie sich näherten, vernahm Song Hui eine blecherne Stimme über das Funkgerät: "Wie lautet die Losung?"
Leicht genervt antwortete Song: "In cortici veritas." Er hatte noch nie viel von Gizmos Kindereien gehalten, und gerade jetzt kam es wirklich auf jede Sekunde an. Da war keine Zeit für solchen Blödsinn, weswegen er gleich anfügte: "Du weißt genau, mit wem Du sprichst. Also lass mich rein, ich hab's eilig. Die Wangs können jede Minute zuschlagen."
"Und ausgerechnet jetzt ist Song Hui nicht an Han Lis Seite?" Gizmo empfand keine Notwendigkeit mehr, seine Stimme zu verstellen. "Egal, das kannst Du mir gleich persönlich erzählen. Du weißt ja, wo Du lang musst."
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